Die Rolle des Trainers/der Führungskraft bei der Umsetzung
Der Leistungssport ist uns ein gutes Vorbild.
Der Trainer/Coach ist hier die zentrale Schlüsselfigur für die individuelle Leistungsentwicklung des einzelnen Sportlers und des gesamten Teams. Er analysiert im ersten Schritt das Leistungsniveau des einzelnen Sportlers und der gesamten Mannschaft. Er überprüft, welche Anlagen bereits vorhanden sind, welche weiter ausgebaut werden müssen und welche neu zu entwickeln sind, um Höchstleistungen zu erzielen.Daraus entsteht ein individueller Trainingsplan. Gleichzeitig behält der Trainer auch die Wechselwirkungen unterschiedlicher Belastungen, psychologischer und systemischer Einflüsse auf die Leistungsentwicklung im Blick. Selbst ein Leistungssportler kennt den „inneren Schweinehund“. Allein ist auch er oft nicht bereit, über seine Schmerzgrenzen hinaus zu trainieren. Ein professioneller Trainer beobachtet das Training, macht Vorgaben, korrigiert sofort und lässt die Übungseinheit mehrfach wiederholen. Erst wenn sich ein Leistungsreiz gesetzt hat bzw. der Handlungsablauf verinnerlicht ist, erfolgt die nächste Steigerungsstufe im Training. Die ständige Wiederholung bestimmter Bewegungsabläufe führt zur Entwicklung und Ausbildung neuronaler Bahnen im Gehirn, so dass der Sportler, auch unter Druck und Stress im Wettkampf, auf die neu gelernten Verhaltensweisen, ohne darüber nachzudenken, automatisch zurückgreifen kann. Dazu gehören mentale Trainingseinheiten genauso, wie z.B. ein Kraft- oder Ausdauertraining.
Ohne einen professionellen Trainer, der die individuellen Stärken und Schwächen seiner Sportler kennt, der weiß, wie er persönliche Engpässe und Blockaden lösen kann, welchen Einfluss psychologische Faktoren auf die Leistung im Wettkampf haben, ist eine kontinuierliche Leistungsentwicklung bis zur Meisterschaft undenkbar. In der Wirtschaft und im Vertrieb kommt diese Aufgabe in erster Linie den Führungskräften zu. Sie sind für die Entwicklung der persönlichen, kommunikativen, mentalen, beraterischen oder akquisitorischen/verkäuferischen Fähigkeiten und Fertigkeiten ihrer Mitarbeiter verantwortlich.
Viele Führungskräfte sind sich auch dieser Aufgabe und Verantwortung bewusst, stoßen jedoch an unterschiedliche Grenzen und Widerstände, sei es bei den Mitarbeitern, sei es bei sich selbst oder dem System. Um ernsthaft zum Leistungsentwickler seiner Mitarbeiter und Führungskräfte zu werden, braucht es zunächst die Bereitschaft, das eigene Rollenbild als Führungskraft neu zu definieren und zu leben. In Anschluss daran braucht es gezielte Interventionen, um den Einzelnen und das Team sukzessive weiterzuentwickeln und umsetzungssicher zu machen.